t
Ih

Tipps für den Monat Juli

🥕 Gemüsegarten
• Regelmäßig ernten: Zucchini, Gurken, Bohnen, Erbsen und Salate möglichst oft ernten – das regt die Pflanzen zu weiterem Ertrag an.
• Nachsäen: Jetzt können unter anderem Feldsalat, Endivien, Radieschen, Radicchio, Zuckerhut, Chinakohl, Spinat (gegen Monatsende) und Mangold gesät werden.
• Herbstkohlarten wie Grünkohl, Brokkoli und Blumenkohl pflanzen, gut angießen und mit Kulturnetz zur Abwehr des Kohlerdflohs und anderer Kohlschädlinge abdecken.
• Tomaten ausgeizen: Bei Stabtomaten die Seitentriebe entfernen und die Pflanzen regelmäßig aufbinden.
• Gießen: Lieber selten, dafür gründlich. Morgens ist der beste Zeitpunkt.

🍓 Obstgarten
• Beerensträucher schneiden: Nach der Ernte können alte Triebe bei Himbeeren und Johannisbeeren entfernt werden.
• Obstbäume kontrollieren: Bei sehr starkem Fruchtansatz kann das Ausdünnen die Qualität der Früchte verbessern.
• Baumscheiben unkrautfrei halten.
• Fallobst entfernen: Das beugt Krankheiten und Schädlingen vor.
• Zwetschgen und Tafeltrauben bei Überbehang ausdünnen.
• Mehltaubefall an Apfelbäumen, Stachelbeeren und Johannesbeeren herausschneiden.

🌿 Kräuter
• Viele Kräuter wie Basilikum, Oregano, Thymian, Minze und Salbei jetzt regelmäßig ernten.
• Kräuter lassen sich im Juli besonders gut trocknen oder einfrieren.

🌸 Ziergarten
• Verblühtes entfernen: Verwelkte Blüten von Rosen, Stauden und Sommerblumen regelmäßig abschneiden. Das fördert eine zweite Blüte.
• Fruchtstände von Zierlauch evtl. abschneiden, die Blätter aber einziehen lassen
• Stauden teilen: Frühblühende Stauden können nach der Blüte geteilt und neu gepflanzt werden.
• Lavendel schneiden: Nach der Blüte etwa ein Drittel des frischen Austriebs zurückschneiden, aber nicht ins alte Holz.
• Heckenpflege: Anfang bis Mitte Juli ist ein guter Zeitpunkt für den zweiten Formschnitt (unter Beachtung der geltenden Naturschutzvorschriften und möglicher brütender Vögel).

🌱 Rasen
• Bei Hitze den Rasen nicht zu kurz mähen (etwa 5–6 cm Schnitthöhe).
• Nur bei längerer Trockenheit intensiv wässern – lieber einmal durchdringend als täglich oberflächlich.

💧 Gießen bei Sommerhitze
• Morgens gießen, damit weniger Wasser verdunstet.
• Direkt an die Wurzeln gießen und die Blätter möglichst trocken halten.

🪱 Den Boden schützen
Offene Erde trocknet im Juli schnell aus. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub oder gehäckseltem Pflanzenmaterial hält den Boden feucht und fördert Regenwürmer sowie Bodenorganismen.

🐝 Für Insekten und Tiere
• Wasserstellen anbieten. Gerade an heißen Tagen profitieren Vögel, Igel und Insekten von einer flachen Wasserschale. Ein paar Steine oder Äste darin helfen Insekten beim sicheren Landen. Das Wasser sollte täglich erneuert werden.
• Verblühte Wildblumen nicht alle sofort entfernen – sie bieten Nahrung und später Samen für Vögel.

🌼 Balkon und Terrasse
• Balkonpflanzen täglich auf Wasserbedarf kontrollieren.
• Flüssigdünger etwa einmal pro Woche unterstützt die Blütenbildung.
• Verblühtes regelmäßig ausputzen, damit Geranien, Petunien und andere Sommerblumen bis in den Herbst blühen.

Tipps für einen naturnahen Garten:

🐝 Blüten für Wildbienen und Schmetterlinge erhalten
• Klee, Wiesensalbei, Flockenblumen oder Natternkopf möglichst lange blühen lassen.
• Blumenwiesen nicht komplett auf einmal mähen, sondern immer nur Teilflächen. So finden Insekten weiterhin Nahrung und Rückzugsorte.
• Verblühte Pflanzen nicht alle sofort abschneiden – viele bilden Samen für Vögel oder dienen Insekten als Lebensraum.

🌾 Wilde Ecken zulassen
Eine kleine Ecke mit Brennnesseln, Gräsern oder Alt- (Tot-)holz ist ein wertvoller Lebensraum für Schmetterlingsraupen, Käfer und andere Nützlinge. Brennnesseln sind beispielsweise wichtige Futterpflanzen für Tagpfauenauge, Admiral und Kleinen Fuchs.

🦔 Rückzugsorte schaffen
• Laub- und Reisighaufen möglichst bis zum Herbst liegen lassen.
• Alt- (Tot-) holzstapel bieten Lebensraum für Käfer, Wildbienen und Pilze.

🌼 Nachpflanzen für den Spätsommer
      Damit bis in den Herbst hinein Nahrung vorhanden ist, können jetzt noch bienenfreundliche Pflanzen gesetzt werden, zum Beispiel:
       • Herbstaster
       • Wasserdost
       • Gewöhnlicher Natternkopf
       • Patagonisches Eisenkraut
       • Purpur-Sonnenhut
       Diese Pflanzen werden von vielen Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen besucht.

🐞 Nützlinge fördern
Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen helfen gegen Blattläuse. Möglichst auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten und sich auch über ein paar Blattläuse freuen – sie sind Nahrung für viele Nützlinge.

🌱 Saatgut gewinnen
Einige besonders schöne Wildblumen aussamen lassen. Im Spätsommer oder Herbst können die Samen gesammelt und an anderer Stelle wieder ausgesät oder mit Nachbarn getauscht werden.

Ein kleiner Juli-Tipp mit großer Wirkung
Beobachten Sie Ihren Garten einmal 15 Minuten lang, ohne etwas zu tun. Oft entdecken Sie Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel oder Eidechsen, die man im Alltag leicht übersieht. Diese Beobachtungen zeigen Ihnen auch, welche Bereiche besonders wertvoll sind und möglichst wenig gestört werden sollten.
Ein naturnaher Garten entwickelt sich mit jedem Jahr weiter. Je mehr heimische Pflanzen, Blühflächen und ruhige Rückzugsorte vorhanden sind, desto größer wird die Artenvielfalt – oft schon innerhalb weniger Saisons.

Informative Führungen und Aktionen rund um das Thema Vielfalt und Naturkreisläufe bei der
Fa. Dehner in Rain am Lech

Entdecken Sie die heimische Tier- und Pflanzenwelt im 12.000 m² großen Naturlehrgarten der Firma Dehner in Rain am Lech.
In ihrem natürlichen Lebensraum wachsen hier Sträucher wie Weißdorn, Schlehe oder Liguster und Bäume wie Ulme, Eiche oder Pappel.
Tafeln entlang des Rundweges informieren über Besonderheiten und Ausgefallenes, erklären Blüten, Samen und Blätter der Bäume.
Naturgetreue Bronzenachbildungen von Fröschen, Füchsen, Vögeln, Wildschweinen und Rehen können in Ruhe betrachtet und natürlich auch gestreichelt werden. Ein integriertes Klangkonzept mit Tierstimmenimitationen sorgt für spannende Abwechslung.
Dehner Naturlehrgarten: https://www.dehner.de/blumenpark/der-blumenpark/naturlehrgarten/

Flyer Naturlehrgarten – Erwachsenehttps://www.dehner.de/unternehmen/app/uploads/sites/3/2026/02/FL_Erwachsene_NLG.pdf
Anmeldeformular Naturlehrgarten – Gruppen & Vereine:  https://www.dehner.de/unternehmen/app/uploads/sites/3/2026/02/Anmeldeformular_Gruppen_Vereine_NLG.pdf

Für Schulklassen, Kindergartengruppen, Gruppen und Vereine wird von Montag bis Freitag – und an Samstagen nach Absprache – Führungen durch die verschiedenen Lebensräume angeboten!
Flyer Naturlehrgarten-Kids:  https://www.dehner.de/unternehmen/app/uploads/sites/3/2026/02/FL_Kids_NLG.pdf
Anmeldeformular Naturlehrgarten – Kids:  https://www.dehner.de/unternehmen/app/uploads/sites/3/2026/02/Anmeldeformular_Kids_NLG.pdf

Warum Vielfalt im Garten so wichtig ist - die 10 besten Schritte für mehr Vielfalt im Garten
Hier der Link des Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege, München:
https:////daten2.verwaltungsportal.de/dateien/seitengenerator/fd249b5c364014248c6329c7f77c9d86249097/Vielfaltsgartenfibel_final.pdf

Merkblätter und Garteninfos

Wir geben Ihnen hier eine kleine Auswahl von Merkblättern des Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege, München.

Auf Wunsch geben Ihnen die Ortsvereine, oder die Fachbereiche des Kreisverbandes, weitere Informationen.
Neu: Wir bauen ein Sandarium, siehe unten!





Wir legen ein Sandarium für Wildbienen an
Foto: Vera Hickethier
Kaum einer weiß, dass nur ein Viertel der Wildbienen überhaupt die klassischen Nisthilfen, welche in Insektenhotels bereitgestellt werden, nutzt. Dreiviertel aller Wildbienenarten sind Erdnister. Sie brauchen lockere, sandige und trockenen Böden, die im besten Fall etwas von Vegetation befreit sind. Von den 460 Wildbienenarten, nisten 340 Arten im Boden. Wildbienen machen nicht nur Pestizideinsatz und Futtermangel zu schaffen, sondern auch fehlende Nistplätze. Wie Ihr helfen könnt? Beispielsweise mit dem Anlegen eines so genannten Sandariums!
Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein Sandarium
• Als Standort eignet sich ein möglichst vollsonniger Platz im Garten.
• Das Sandbeet sollte mindestens ein Maß von 40 x 40 Zentimetern (Breite x Länge) haben. Gerne auch mehr.
• Heben Sie eine Mulde von mindestens 50 Zentimetern Tiefe aus, damit die Wildbienen später ausreichend Platz für ihre Niströhren haben.
• Das Wichtigste ist der Sand. Greifen Sie nicht auf Spielplatz-Sand zurück. Dieser feine, gewaschene Flusssand ist ungeeignet, Niströhren würden sofort einbrechen. Besorgen Sie sich am besten in einem Steinbruch, über den Bauhof oder ein Schüttgutunternehmen ungewaschenen, groben Sand mit unterschiedlicher Körnung von 0 - 8 mm.
• Machen Sie eine Förmchenprobe: Füllen Sie den feuchten Sand in einen Joghurtbecher und stellen ihn zum Trocken auf den Kopf. Hält die Form im trockenen Zustand gut zusammen? Dann passt die Sandstruktur.
• Füllen Sie den Sand in die Mulde und häufen Sie einen Hügel beziehungsweise eine Schräge auf. So kann Regenwasser leicht ablaufen und das Sandarium trocknet schnell wieder ab. Wenn Ihr Boden sehr lehmig ist, können Sie am Fuß der Mulde auch eine Drainage-Schicht aus Ziegelbruch oder grobem Kies einbringen. Klopfen Sie mit einer Schaufel den Hügel fest, um das Material noch ein wenig zu verdichten.
• Jetzt bringen Sie auf dem Sandbeet oder drumherum Totholz auf: Äste, Wurzeln, alte Weinreben, Brennholz. Warum? Die Wildbienen nagen das Totholz ab. Denn sie benötigen dieses Material, um ihre Brutröhren und -höhlen zu verschließen.
• Damit das Sandarium nicht als Katzenklo endet, sollten Sie nun locker Brombeer-Ranken oder Rosenschnitt drauf verteilen.
• Ist es nun damit getan? Ja, wenn Sie einen naturnahen Garten mit vielen nektar- und pollenspendenden Pflanzen haben, die von Früh- bis Spätjahr die Versorgung sichern. Wenn nicht, dann müssen Sie für Futterpflanzen sorgen.
• Geeignet sind dafür Bienen-Futterpflanzen, die Trockenheit und Hitze vertragen. Zum Beispiel mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Zitronenthymian, Oregano, Salbei, Lavendel, aber auch Glockenblumenarten, Feder-, Pfingst- oder Kartäusernelken, Johanniskraut oder die Moschusmalve. Wichtig: Kaufen Sie keine Pflanzen, die gefüllte Blüten bilden oder Blühpflanzen aus Hybrid-Züchtungen, denn sie entwickeln kaum Nektar oder Pollen!
• Ganz wichtig: Bepflanzen Sie Ihr Sandarium nur spärlich. Das Ziel ist ja, den Wildbienen freie Fläche fürs Nisten anzubieten. Sie können die Futterpflanzen auch am Fuße des Sandariums einsetzen.
Und nun viel Spaß beim Beobachten der Wildbienen!
Euer Zukunftsgärtner(n)-Team
Mit freundlicher Genehmigung von: NABU-Zukunftsgarten Borna, NABU-Landesverband Sachsen e.V.